Lost in Translation

Bob Harris (Bill Murray), ein amerikanischer Filmstar am Ende seiner Karriere, reist nach Tokio um eine Werbung für eine japanische Whiskymarke zu drehen. Die junge Charlotte (Scarlett Johansson) wohnt im selben Hotel wie Bob und lungert in ihrem Hotelzimmer herum, während ihr Ehemann arbeitet. Bob und Charlotte fühlen sich beide gefangen in diesem fremden Land, wo sie weder Sprache noch Kultur begreifen.
Nachdem sie sich ein paar Mal zufällig in den Korridoren und der Hotelbar begegnet sind, beschliessen sie, etwas Zeit miteinander zu verbringen. Langsam lernen sie sich besser kennen und eine Freundschaft entsteht.

Die Geschichte verläuft ziemlich langsam und lebt speziell von den eindrucksvollen Kameraeinstellungen, welche die lauten, leisen, nervösen und ruhigen Extreme der Metropole Tokio einfangen. Man merkt, dass jede einzelne Kameraeinstellung sehr gewissenhaft ausgesucht wurde, um dem Zuschauer die Gefühle der Charaktere zu vermitteln.

In vielen Kritiken wurde „Lost in Translation“ als Komödie dargestellt. Ich persönlich sehe nicht, wo da eine Komödie sein soll. Die witzigen Szenen sind mehr Oberfläche als Substanz des Films. All die kleinen Scherze bauen auf den Differenzen zwischen der westlichen und der japanischen Kultur auf, sind aber keineswegs richtige Brüller, sondern entlocken einem höchstens ein Schmunzeln. Der Film ist meiner Meinung nach nicht als Komödie gedacht, er erzählt die Geschichte zweier Fremder die sich in Tokio finden und zu Freunden (oder mehr…) werden.

Sofia Coppola hat bewiesen, dass sie fähig ist, ein starkes Drehbuch zu schreiben und einen sehr guten Regiejob zu leisten. Geschick hat sie auch bei der Auswahl der Darsteller bewiesen: Bill Murray spielt die Rolle seines Lebens und hat reelle Chancen auf den Oscar gehabt, während Scarlett Johanssons Fähigkeit, Gefühle ohne jeglichen Dialog auszudrücken schlicht genial rüberkommt.

Sofia Coppola hat einen genialen Film für Leute gedreht, die keinen mit Spezialeffekten überladenen Blockbuster sehen wollen, sondern einen Film mit interessanter Geschichte und guten Schauspielern.

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