Maria Full of Grace
Kolumbien 2004: Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt knapp 1700 Dollar. Die 17 Jahre alte Maria Alvarez ergreift die Gelegenheit, mit einem Job 5000 Dollar zu verdienen: Als so genanntes “Maultier” schluckt sie Heroinkapseln und schmuggelt diese in ihrem Magen in die USA.
Schon auf dem Flug geht einiges schief: Ein paar Frauen sind ziemlich mit den Nerven runter und gefährden die Sache schon, bevor sie überhaupt in den USA sind. Nach der Ankunft am Flughafen fliegen Maria und eine weitere Frau auf und werden von den Drogenbehörden festgehalten. Da Maria schwanger ist, darf sie nicht geröntgt werden und wird freigelassen. In New York realisiert sie schliesslich, dass auch New York nicht das erhoffte Paradies ist.
Der Film ist ziemlich klassisch aufgebaut: Erst wird Marias Leben in Kolumbien gezeigt: Sie arbeitet in einer Blumenfabrik wo sie die Dornen von Rosen entfernt, zu Hause lebt eine Grossfamilie auf engstem Raum und ihr Freund verlässt sie, nachdem sie ihm ihre Schwangerschaft offenbart hat. Ein richtiges Scheissleben also, aus dem die 5000 Dollar heraushelfen sollen. Dass in den USA die Ernüchterung folgt ist klar: Die Drogendealer die sie am Flughafen abholen sind alles freundlich, eine Frau stirbt beim Ausscheiden der Heroinkapseln und die Dealer schlitzen ihr den Bauch auf, um den Rest herauszuholen…
Die Geschichte bietet einen düsteren Einblick in eine Welt, von der man zwar weiss, dass sie existiert, doch man stellt sie sich nie so konkret und brutal vor. Der Film wurde mit kleinem Budget gedreht und durch die Kameraführung analog einem Dokumentarfilm und der Tatsache, dass er nicht synchronisiert wurde, vermittelt er ein hohes Mass an Authenzität.
Sicher kein Popcornkino, aber eben ein weiterer Film, der zum Nachdenken anregt.
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