Soloalbum
Benjamin von Stuckrad-Barre beschreibt als Ich-Erzähler die Leiden eines jungen Mannes Anfang zwanzig, dessen Freundin gerade per Fax mit ihm Schluss gemacht hat. Nett, oder?
Da die Hauptfigur sich gerade auf dem Gipfel der Verliebtheit befand, fällt ihm die Trennung natürlich nicht leicht. Er monatelang trautert er der Verflossenen hinterher und kriegt sein Leben nur schwer in den Griff. Zwischen Alkohol, Koks und Oasis versucht er verzeifelt, seine grosse Liebe zurückzugewinnen. Natürlich bleibt das erfolglos und in Zeiten, in denen er das einsieht, geht es auch immer wieder etwas aufwärts.
Stuckrad-Barres Schreibstil ähnelt dem, was ich in meinen zaghaften Schreibversuchen produziert habe: Ein Haufen niedergeschriebener Gedanken. Im Unterschied zu mir hat er aber eine chronologische Rahmenhandlung, was dem Ganzen die nötige Struktur verleiht. Die Gedanken schwanken von belanglos bis zum Todlachen, weshalb das Buch sich stellenweise sehr träge liest.
Aber der Humor ist vom feinsten und extrem treffend. Man muss einfach laut auflachen, wenn der Protagonist so ein paar Möchtegerns mit ein paar hohlen Schlagwörtern zutextet und die ihm den Müll auch noch abkaufen. Genial, weil einfach so war. Mal abgesehen von der Kokserei kann man sich da ziemlich gut hineinversetzen.
Mein Tipp: Lesen! Aber nicht gerade, wenn man down ist oder weil man es lesen muss, dann wir die Sache mühsam.
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