Hotel Ruanda

Wieder mal ein ausserordentlich guter Film. Paul, der Manager eines belgischen Hotels in Ruanda findet sich plötzlich inmitten des Völkermords der Hutu an den Tutsi. Er selbst ist Hutu und politisch eher uninteressiert, weshalb ihn die Aktion auch überrascht.
Seine Frau und viele Freunde, Verwandte und Nachbarn sind Tutsi und suchen nun Schutz vor den mordenden Hutu Schergen. Paul gelingtes, eine grosse Menge Menschen in sein Hotel zu bringen und durch geschicktes Verhandeln mit den Hutu Generälen schafft er es, solange durchzuhalten, bis die Vereinten Nationen endlich eingreifen und dem Völkermord ein Ende bereiten.

Der Völkermord der Hutu an den Tutsi hat zwischen 800’000 und 1’000’000 Menschenleben gekostet. Die internationale Gemeinschaft hat damals einfach weggeschaut, zu tief sass noch der Schock der gescheiterten UN-Mission in Somalia.
Bill Clinton hat die damalige Tatenlosigkeit im Nachhinein als grösstes Versäumnis seiner Präsidentschaft bezeichnet.
Ein für mich besonders tragischer und unverständlicher Aspekt des ganzen Völkermords ist die Tatsache, dass Hutu und Tutsi keine eigentlichen Volksgruppen oder Stämme waren, sondern dies einfach eine Art Klassifizierung war, welche die belgischen Kolonialherren einst vorgenommen hatten.

Der Film vermittelt eindrücklich die Ohnmacht Pauls angesichts der sich überschlagenden Ereignisse. Er ist brutal ehrlich in Bezug auf die Anprangerung der Untätigkeit der UN und zeigt auch ein weiteres Problem Afrikas: Korruption. Paul kann die Menschen im Hotel nur retten, weil er sich ständig wieder Zeit vom zuständigen Hutu General kauft.

Sicher ein sehenswerter, aber sehr aufrüttelnder Film. Die Einstellung “was interessierts mich, was da unten in Afrika läuft” wird nach diesem Film wohl kaum jemand beibehalten.

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