Life on Mars

Für diese neue Fernsehserie weite ich gerne die Kategorie Filme etwas aus:

Kriminalkommissar Sam Tyler wird während der Fahndung nach einem Mörder von einem Auto angefahren. Als er wieder aufwacht, befindet er sich im Jahr 1973. Als Ermittler, der sich nur sehr schwer an die neuen Kollegen und die altmodischen Arbeitsmethoden gewöhnen kann, klärt er allerlei Verbrechen auf, was ihm jede Menge Argwohn seitens der Kollegen einbringt. (Quelle: Wikipedia)

Fortan arbeitet er im Jahr 1973 als Ermittler, in einer Zeit ohne DNS Tests und dergleichen. Gerade dies und die martialischen Methoden der Polizei der 70er Jahre machen den Kontrast zu den sterilen CSI Retortenserien aus den USA aus. Hier gibts noch Action und Verfolgungsjagden, keine Materialschlacht.

Danke BBC für diese gute Unterhaltung!

Das Leben der Anderen

Wow, was für ein Film! Die perfiden Methoden der Stasi, Wieslers Einblicke in eine ihm fremde Welt… genial gemacht, muss man gesehen haben!
Nur dieser Möchtegerncomedian, der einen kurzen Auftritt als Schriftexperte hat, trübt das Bild minim. Schauspieler, die irgendwelchen Mist in den Comedyprogrammen von Pro7, Sat1, RTL etc. spielen, kann man danach nie mehr ernst nehmen. Aber zum Glück war es keine tragende Rolle.

Der Rest ist wunderbar besetzt, die Kulissen und Requisiten stimmen und vermitteln ein interessantes Bild des ziemlich grauen Lebens in der DDR.

Band of Brothers Marathon

Dani und ich haben es geschafft: Gestern Abend/Nacht haben wir uns alle 10 Folgen Band of Brothers am Stück angesehen.
Ausgerüstet mit Snacks und jeder Menge Energy Drinks mit Wirkstoffen wie Koffein, Taurin und Guarana wurde das Experiment in die Tat umgesetzt. Band of Brothers ist eine geniale, durchwegs spannende Miniserie, die man sich, wie jetzt bewiesen, ohne weiteres auch am Stück ansehen kann.
Als dann morgens um viertel vor vier Band of Brothers fertiggeschaut und der 2. Weltkrieg gewonnen war, schmissen wir uns gleich wieder ins Getümmel und starteten den Klassiker Die Brücke von Arnheim . Ebenfalls ein spannender Film, wenn auch im Vergleich mit Band of Brothers etwas oberflächlicher und distanzierter. Mehr die heroische Art von Kriegsfilm halt, auch wenn (zu recht) er als Antikriegsfilm bezeichnet wird. Neben der emotionalen Dichte von Band of Brothers kann der Film halt nur schlechter aussehen. Grossartig ist auf jeden Fall das grosse Staraufgebot und der Soundtrack.
Nachdem auch die Schlacht von Arnheim geschlagen war, wartete noch eine Dokumentation über die militärischen Interventionen der USA. Das passt natürlich auch zum Thema und war ein guter Abschluss der Aktion.

Mittlerweile bin ich seit mehr als 38 Stunden auf den Beinen, etwas Schlaf wäre also mal angebracht.

Hotel Ruanda

Wieder mal ein ausserordentlich guter Film. Paul, der Manager eines belgischen Hotels in Ruanda findet sich plötzlich inmitten des Völkermords der Hutu an den Tutsi. Er selbst ist Hutu und politisch eher uninteressiert, weshalb ihn die Aktion auch überrascht.
Seine Frau und viele Freunde, Verwandte und Nachbarn sind Tutsi und suchen nun Schutz vor den mordenden Hutu Schergen. Paul gelingtes, eine grosse Menge Menschen in sein Hotel zu bringen und durch geschicktes Verhandeln mit den Hutu Generälen schafft er es, solange durchzuhalten, bis die Vereinten Nationen endlich eingreifen und dem Völkermord ein Ende bereiten.

Der Völkermord der Hutu an den Tutsi hat zwischen 800’000 und 1’000’000 Menschenleben gekostet. Die internationale Gemeinschaft hat damals einfach weggeschaut, zu tief sass noch der Schock der gescheiterten UN-Mission in Somalia.
Bill Clinton hat die damalige Tatenlosigkeit im Nachhinein als grösstes Versäumnis seiner Präsidentschaft bezeichnet.
Ein für mich besonders tragischer und unverständlicher Aspekt des ganzen Völkermords ist die Tatsache, dass Hutu und Tutsi keine eigentlichen Volksgruppen oder Stämme waren, sondern dies einfach eine Art Klassifizierung war, welche die belgischen Kolonialherren einst vorgenommen hatten.

Der Film vermittelt eindrücklich die Ohnmacht Pauls angesichts der sich überschlagenden Ereignisse. Er ist brutal ehrlich in Bezug auf die Anprangerung der Untätigkeit der UN und zeigt auch ein weiteres Problem Afrikas: Korruption. Paul kann die Menschen im Hotel nur retten, weil er sich ständig wieder Zeit vom zuständigen Hutu General kauft.

Sicher ein sehenswerter, aber sehr aufrüttelnder Film. Die Einstellung “was interessierts mich, was da unten in Afrika läuft” wird nach diesem Film wohl kaum jemand beibehalten.

Diarios de motocicleta

Diarios de Motocicleta ist eine Adaption der Tagebücher geschrieben von Ernesto “Che” Guevara als er 23 Jahre alt war. Er und sein Freund Alberto Granado sind Medizinstudenten, die vor der Graduation noch etwas Spass und Abenteuer suchen. Sie reisen 1952 mit einem alten Motorrad durch Argentinien, Chile, Brasilien und Peru, wo sie eine Art Praktikum in einer Lepra-Kolonie absolvieren müssen.

Die unbesorgten Studenten, die einfach in den Tag hinein leben und ausser Frauen, Spass und Abenteuern wenig im Sinn haben, werden im Laufe der Reise nachdenkliche Männer. Sie erleben die wahren Tragödien Lateinamerikas: Armut, Unterdrückung und Ungerechtigkeit.

Diarios de Motocicleta ist erzählt die Ursprünge von Che Guevaras revolutionärem Denken. Aus dem unbekümmerten jungen Studenten Ernesto wird der Revolutionsführer “Che” Guevara. Unterwegs, bei einfachen Menschen findet er die Grundlagen seiner späteren Weltanschauung.

Der Film zeigt Identitätssuche und Identitätsfindung des weltbekannten Revolutionärs. In atemberaubenden Bildern zeigt er aber auch die Schönheit Lateinamerikas.

Maria Full of Grace

Kolumbien 2004: Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt knapp 1700 Dollar. Die 17 Jahre alte Maria Alvarez ergreift die Gelegenheit, mit einem Job 5000 Dollar zu verdienen: Als so genanntes “Maultier” schluckt sie Heroinkapseln und schmuggelt diese in ihrem Magen in die USA.
Schon auf dem Flug geht einiges schief: Ein paar Frauen sind ziemlich mit den Nerven runter und gefährden die Sache schon, bevor sie überhaupt in den USA sind. Nach der Ankunft am Flughafen fliegen Maria und eine weitere Frau auf und werden von den Drogenbehörden festgehalten. Da Maria schwanger ist, darf sie nicht geröntgt werden und wird freigelassen. In New York realisiert sie schliesslich, dass auch New York nicht das erhoffte Paradies ist.

Der Film ist ziemlich klassisch aufgebaut: Erst wird Marias Leben in Kolumbien gezeigt: Sie arbeitet in einer Blumenfabrik wo sie die Dornen von Rosen entfernt, zu Hause lebt eine Grossfamilie auf engstem Raum und ihr Freund verlässt sie, nachdem sie ihm ihre Schwangerschaft offenbart hat. Ein richtiges Scheissleben also, aus dem die 5000 Dollar heraushelfen sollen. Dass in den USA die Ernüchterung folgt ist klar: Die Drogendealer die sie am Flughafen abholen sind alles freundlich, eine Frau stirbt beim Ausscheiden der Heroinkapseln und die Dealer schlitzen ihr den Bauch auf, um den Rest herauszuholen…

Die Geschichte bietet einen düsteren Einblick in eine Welt, von der man zwar weiss, dass sie existiert, doch man stellt sie sich nie so konkret und brutal vor. Der Film wurde mit kleinem Budget gedreht und durch die Kameraführung analog einem Dokumentarfilm und der Tatsache, dass er nicht synchronisiert wurde, vermittelt er ein hohes Mass an Authenzität.

Sicher kein Popcornkino, aber eben ein weiterer Film, der zum Nachdenken anregt.

Nicotina

Eines Nachts in Mexico City: Alles dreht sich um den kettenrauchenden Computerfreak Lolo, der irgendwelche Konten einer Schweizer Bank knacken muss. Er ist in seine Nachbarin Andrea verliebt und hat ihre Wohnung mit versteckten Kameras ausgestattet, damit er sie beobachten kann.
Dann gibt es da noch den Russen, verschwundene Diamanten, einen Coiffeursalon und eine Apotheke, die allesamt miteinander verknüpft sind.

Regisseur Hugo Rodriguez erzählt eine schräge Geschichte, die sich an Filmen wie Snatch oder Pulp Fiction orientiert. Alles läuft in Echtzeit ab, das heisst, der Film erzählt während 92 Minuten eine lückenlose Handlung.
Nicotina ist ein richtig guter Unterhaltungsfilm, der eine witzige Geschichte erzählt. Keine Starschauspieler, kein Product Placement, einfach nur 92 Minuten Fun pur. Ein wirklich lohnender Film, der ausnahmsweise mal nicht aus Hollywood kommt.

Und zur Krönung (für mich) habe ich gerade entdeckt, dass die DVD erschienen ist.

Kill Bill: Vol. 2

Die Erwartungen an die Fortsetzung waren gross, Quentin Tarantino hatte sich mit Kill Bill: Vol. 1 die Messlatte extrem hoch gesetzt.
Wer erneut ein blutiges Rachegemetzel erwartet hat, wurde enttäuscht. Mit Vol. 2 gibt Tarantino seinen Charakteren mehr Tiefe, erzählt ihre Geschichte. Im Prinzip die Hintergrundinformationen zu Vol. 1. Der Film wurde so angelegt, dass man erst mit diesen Informationen den kompletten Überblick über die Geschichte bekommt.

Es hat keinen grossen Sinn, hier die Story niederzuschreiben, da sie zu sehr mit Teil 1 verknüpft ist.

Was ist denn so speziell an dem Film? Tarantino spielt einfach genial mit den Erwartungen. Nach dem ersten Teil rechnet man erneut mit einer grandiosen Racheorgie. Stattdessen werden bisherigen Handlungslücken gefüllt und die Braut, die noch im ersten Teil die Crazy 88 Killer niedergemetzelt hat, wird vom heruntergekommenen Budd lebendig begraben.
Im Kampf mit Elle Driver wird die Sache zwar wieder blutiger, kommt aber nie an Teil 1 heran. Teil 2 ist generell ruhiger und dialoglastiger und der langerwartete Showdown zwischen Bill und der Braut ist gar keiner: Als sie mit gezogener Waffe sein Apartment stürmt, steht sie ihrer Tochter gegenüber: „Bang bang Mommy!“

Neben den genialen Dialogen lebt der Film vor allem von eindrücklichen Bildern und einmal mehr treffendem Soundtrack.

Da ich beide Filme im englischen Original gesehen habe ist die deutsche Synchronisation das einzige Manko für mich. Die ganze Atmosphäre scheint verloren und vor allem Michael Madsen’s Synchronstimme ist extrem unpassend. Schade, aber eben ein Grund mehr, sich dem Film mit Originalton anzusehen.

Lost in Translation

Bob Harris (Bill Murray), ein amerikanischer Filmstar am Ende seiner Karriere, reist nach Tokio um eine Werbung für eine japanische Whiskymarke zu drehen. Die junge Charlotte (Scarlett Johansson) wohnt im selben Hotel wie Bob und lungert in ihrem Hotelzimmer herum, während ihr Ehemann arbeitet. Bob und Charlotte fühlen sich beide gefangen in diesem fremden Land, wo sie weder Sprache noch Kultur begreifen.
Nachdem sie sich ein paar Mal zufällig in den Korridoren und der Hotelbar begegnet sind, beschliessen sie, etwas Zeit miteinander zu verbringen. Langsam lernen sie sich besser kennen und eine Freundschaft entsteht.

Die Geschichte verläuft ziemlich langsam und lebt speziell von den eindrucksvollen Kameraeinstellungen, welche die lauten, leisen, nervösen und ruhigen Extreme der Metropole Tokio einfangen. Man merkt, dass jede einzelne Kameraeinstellung sehr gewissenhaft ausgesucht wurde, um dem Zuschauer die Gefühle der Charaktere zu vermitteln.

In vielen Kritiken wurde „Lost in Translation“ als Komödie dargestellt. Ich persönlich sehe nicht, wo da eine Komödie sein soll. Die witzigen Szenen sind mehr Oberfläche als Substanz des Films. All die kleinen Scherze bauen auf den Differenzen zwischen der westlichen und der japanischen Kultur auf, sind aber keineswegs richtige Brüller, sondern entlocken einem höchstens ein Schmunzeln. Der Film ist meiner Meinung nach nicht als Komödie gedacht, er erzählt die Geschichte zweier Fremder die sich in Tokio finden und zu Freunden (oder mehr…) werden.

Sofia Coppola hat bewiesen, dass sie fähig ist, ein starkes Drehbuch zu schreiben und einen sehr guten Regiejob zu leisten. Geschick hat sie auch bei der Auswahl der Darsteller bewiesen: Bill Murray spielt die Rolle seines Lebens und hat reelle Chancen auf den Oscar gehabt, während Scarlett Johanssons Fähigkeit, Gefühle ohne jeglichen Dialog auszudrücken schlicht genial rüberkommt.

Sofia Coppola hat einen genialen Film für Leute gedreht, die keinen mit Spezialeffekten überladenen Blockbuster sehen wollen, sondern einen Film mit interessanter Geschichte und guten Schauspielern.

The Ring Thing

Fredi fällt aus der Flugzeugtoilette direkt nach Mittelerde – in der Schweiz. Der Zauberer Almghandi nennt ihn Friedo und erzählt verworrene Geschichten von Ringen und Fondue. Auf jeden Fall soll Friedo seinen Ring im Berg Chronos zerstören. Unterwegs liest Friedo ein paar grenzdebile Gestalten auf: den weinerlichen Telehobbie Pupsi, Rackaroll und nymphomanische Prinzessin Grmpfli.
Die Story setzt sich hauptsächlich aus Zufällen und Missverständnissen zusammen, aber damit kann man in diesem Filmgenre noch leben. Was wirklich nervt ist leider die Tatsache, dass der Film so krampfhaft auf witzig getrimmt wurde, dass es einfach nur noch lächerlich wirkt. Ein Grossteil der Jokes hat vielleicht Kindergartenniveau. Story und Humor sind klare Schwächen des Films.
Solide Leistungen zeigen eigentlich die Schauspieler, leider sind die Charaktere ziemlich eindimensional gehalten. Einzig Fredi/Friedo lässt eine Entwicklung erkennen.
Das einzig charmante an dem Film sind die trashigen Spezialeffekte.

Schade eigentlich, von dem Film hätte ich mehr erwartet. Da heute Kinotag war, hat mich der “Spass” wenigstens nur 11 CHF gekostet…

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